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19. Mai 2026
Poesie-Nr. 036.
Wartende

Vorrat an Geduld habend,
ohne mit ganzen Leibeskräften fortzuschreiten,
bis das Gesicht runzlig wird,
bis die Hände schrundig werden,
bis das Unartikulierte immer noch dasselbe bleibt,
bis das Unbändige gezügelt wird,
bis das Übermaß der Emotionen seine eigene Schranke findet.
In einer verschneiten, grauen Zone befindend,
ohne schreiende Farben,
ohne lautstarke Äußerungen,
sondern in gemessenen Schritten
von einer entdeckten Wahrheit zur anderen
gemächlich schreitend –
bis der Winter ruht und der Frühling Einzug hält.
Rheinland, 19. Mai 2026
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