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7. Juni 2026
Poesie-Nr. 038.
Der verwundete Ton

Rheinland, 4 bis 7. Juni 2026
Die Geigerin strich den ersten Ton an –
Ein Ton, der vom Schicksal geschliffen ist,
geduckt sitzt im Holzkasten.
Wind und Wasser schmirgeln an der verwundeten Erdkruste,
die von einer alten Verletzung herrührt.
Die schmissigen Tage sind von sich selbst fortgegangen.
Nur wenn man einen Fidibus im Dunkel aufflammen lässt,
werden Geschichten aus alten Zeiten erst aus dem Ofen fließen.
Der Ton durchhallt den Raum,
eine Umgehung des innerlich Wahrgenommenen
ist nicht mehr möglich.
Die zusammengekehrten Geschichten schmuggeln sich
in die Ohren der Hörenden,
durchglühen ihre Gedanken
wie ein Funke, der niemals erlischt.
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